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Seit einiger Zeit sind die Brüder Eric und Marco Mitglieder im Schachklub Bad Homburg. Schachvater Jan hat in der Vergangenheit seine beiden Söhne schon mehrmals zu Schachturnieren begleitet und auch das eine oder andere Mal an den Betreuerturnieren teilgenommen. Das Schöne am Schachsport ist, dass es nie zu spät ist damit anzufangen. Und so entschloss sich Jan im hohen Alter von 41 Jahren dem Schachklub beizutreten und unter Bad Homburger Flagge erstmalig bei einem Schachturnier mit langer Bedenkzeit teilzunehmen.

 

Erneut großer Andrang beim Korbach-Open

Während sich die Bad Homburger Jugend in Bad Soden tummelte, nahm Jan am viertägigen Korbach Open teil. Ähnlich wie in Bad Soden, ist das Turnier in Korbach in drei Gruppen eingeteilt. Ganz anders als in Bad Soden funktioniert jedoch die Gruppeneinteilung. Während in Bad Soden das einzige Kriterium das Alter ist, ist in Korbach das einzige Kriterium die DWZ (Gruppe A >1.500 DWZ, Gruppe B <2.000 DWZ, Gruppe C <1.400 DWZ). Somit ergibt sich in Gruppe C für den erwachsenen Schachneuling die Möglichkeit, sich mit gleichstarken Gegner - unabhänigig vom Alter - zu messen. Der jüngste Teilnehmer war gerade mal 6 alt, der Älteste hingegen 65 Jahre jung. Natürlich sind die meisten Schachspieler mit einer DWZ kleiner als 1.400 Punkten Kinder. So lag das Durchschnittsalter bei 21 Jahren, wobei die Hälfte der Teilnehmer 12 Jahre oder jünger war.

Bei 69 Teilnehmer war Jan als DWZ-Loser auf Platz 65 gerankt. Ihm gelang es, die ersten beiden Runden klar zu gewinnen. Runde drei ging gegen den späteren Turniergewinner verloren. Danach folgte erneut ein Sieg.
49. Zug - Weiß zwingt Schwarz (Jan) dazu seinen Läufer zu opfern
52. Zug - Kann weiß jetzt noch gewinnen?

Die spätere Turniervierte war Jans Gegnerin in Runde fünf. Es handelte sich um Katharina Bangiev, die - wie sich später herausstellte - bereits an ihrem 31. Turnier teilnahm und die Tochter des Internationalen Meisters Alexander Bangiev ist, welcher die nach ihm benannte Bangiev-Methode entwickelt hat . Während der Eröffnung gelang es ihr, sich einen Bauern Vorsprung zu erarbeiten. Dabei blieb es auch bis zum 49. Zug. Dann musste Jan seinen letzten Läufer opfern, damit seine Gegnerin ihren (zusätzlichen) Bauern nicht in eine Dame umwandeln konnte (siehe li. Diagrammstellung). Sie hatte nun einen Bauern auf a6 und einen weißfeldrigen Läufer. In den Endspieltheorien wird diese Konstellation als klare Gewinnstellung geführt. Jan hatte jedoch noch einen letzten Bauern auf a7 - der einzige Spielstein, welcher während der gesamten Partie nie gezogen wurde. Jan blieb mit seinem König immer auf den Feldern b8 und c7 (siehe re. Diagrammstellung). Nach 160 Minuten wurde sich auf ein Remis geeinigt. Anschließend hat sogar die Turnierleitung noch beraten, ob es für Weiß nicht doch noch möglich gewesen wäre, diese Partie zu gewinnen.

Runde sechs ging leider etwas tollpatschig verloren (eine Bauerngabel übersehen) und Runde sieben konnte erneut gewonnen werden.

Damit kam Jan auf 4,5 von sieben möglichen Punkten, landete damit im oberen Tabellenfünftel auf Platz 13 und erreichte eine Erst-DWZ von 1xxx. Das ist doch ein guter Start in eine (späte) Schachkarriere.



Die Partien im Einzelnen
1. Runde gegen Timo Keusgen (DWZ 1021)
Mein Gegner versuchte das 2-Springerspiel-im-Nachzug (5. Sg5). Aber ich konnte meine Rochade rechtzeitig durchführen und er geriet in Entwicklungsrückstand. Ab dem 18. Zug (18. ... Tac8) konnte ich mehrfach ein Matt-in-1 drohen, was mein Gegner aber stets zu verhindern wusste. Nach 25. Dxh5 hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich mich verteidigen muss und zog 25. ... Tf8. Laut chess.com verspielte ich damit meinen Vorsprung von 8,57 auf 0,76. Offsichtlich hätte ich weiter Druck aufbauen müssen. Aber so wurde es nochmal kurzzeitig spannend. Letztendlich konnte ich mir aber wieder recht schnell einen Vorsprung erzielen - nach 59 Zügen gab mein Gegner auf.

 

2. Runde gegen Vitus Koleber (DWZ 1098)
Wir haben die italienische Eröffnung gespielt. Im neunten Zug geriet ich leicht in Rückstand. Mein Springer auf f3 war durch den Läufer auf f3 gefesselt.
Hier ist mir im 22. Zug eine Läufergabel auf König und Dame gelungen. Danach war das Spiel quasi entschieden. Bei der Analyse fiel dann auf, dass ich im 21. Zug bereits einen Läuferspieß auf König und Dame hätte durchführen können.

 

3. Runde gegen Georg Kappeler (DWZ 1121)
Mein Gegner machte die englische Eröffnung. Ich sah meinen Springer bzw. meinen Bauern in Gefahr. Mit 7. ... Dd6 wollte ich beide Figuren schützen. Dabei übersah ich, dass mir im 11. Zug der Turm geschlagen werden wird. Danach war die Partie gelaufen...
Vielleicht ist dieses Spiel für eine Lehrstunde geeignet: lieber rechtzeitig einen Zentrumsbauern opfern, als einen ganzen Turm zu verlieren.

 

4. Runde gegen Andreas Schorn (DWZ 1152)

23. Zug - Schwarz hat mit einem Damenopfer (vorerst) schlimmeres verhindert, jedoch sind die meisten seiner Figuren ungedeckt
29. Zug - Nach heftigem Schlagabtausch ist nun augenscheinlich, dass Weiß (Jan) in Führung liegt

Nach dem 20. Zug sah ich die Möglichkeit einer Springergabel auf Feld e7 (Dame+König) und zog daher 21. Sd5. Mein Gegner entschloss sich in dieser Situation seine Dame gegen eine Springer und einen Turm zu opfern. Laut Analyse war das in dieser Situation tatsächlich der beste Zug. Nach gegenseitigem Schlagabtausch hatte ich nach dem 23. Zug zwar nur eine Bauerneinheit mehr - chess.com meint aber, dass ich einen Vorsprung von 5,2 hatte. Das liegt mutmaßlich daran, dass mein Gegner vier ungedeckte Figuren hatte und somit hatte ich nach dem 29. Zug tatsächlich sechs Bauerneinheiten Vorsprung. Der Sieg war mir nun nicht mehr zu nehmen.

5. Runde gegen Katharina Bangiev (DWZ 1173)
Bericht siehe oben

 

6. Runde gegen Peng Wu (DWZ 1272)

12. Zug - Weiß (Jan) zieht Le3 und eröffnet schwarz eine Bauerngabel - die Vorentscheidung ist gefallen
25. Zug - Weiß (Jan) bäumt sich nochmal auf und droht Matt
26. Zug - Weiß (Jan) versucht ein letztes Mal den Gegner zu verunsichern, schwarz spielt jedoch genau und kann den Angriff abwehren

Bis einschließlich dieser Runde habe ich jede Runde gegen einen Gegner spielen müssen, der eine höhere DWZ hatte, als mein Gegner zuvor. Da ich diese Runde verlieren sollte, wurde diese schöne Serie unterbrochen.
Bis zum 12. Zug sah alles ganz gut aus. Dann hatte ich lange überlegt, wohin ich meinen schwarzfeldrigen Läufern entwickeln sollte und entschied mich für e3. Die darausfolgende Bauerngabel lies sich mein Gegner natürlich nicht entgehen. In diesem Moment habe ich mich dann für die aggressive Variante 14. Lxh6 entschieden. Mein Kalkül war, dass wenn ich schon eine Leichtfigur hergeben muss, dann will ich meinem Gegner wenigstens alle Rochaden kaputt machen. Die große Rochade war wegen der Bauernstruktur bereits wertlos. Mit 14. Lxh6 konnte ich das gleiche für die kleine Rochade erreichen. Es sollte sich später zeigen, dass ich damit nur knapp an einem möglichen überraschenden Partiegewinn vorbeigerutscht bin. Nach dem 25. Zug und nach dem 26. Zug konnte ich meinen Gegner mit Matt drohen, was er aber jedes Mal mit dem richtige Zug verteidigen konnte. Nachdem diese Drohungen verpufft waren, war ich dann auch ziemlich schnell Schachmatt gesetzt.

7. Runde gegen Markus Rud (DWZ 1107)
Hier habe ich mit weiß schottisch gespielt - jedenfalls was ich so von schottisch mitbekommen habe ;-). Ich fühlte mich eigentlich ganz sicher. Im neunten Zug bin ich bewusst auf Risiko gegangen und den Springer auf d4 mit meiner Dame geschlagen. Meine Idee war, dass wenn anschließend 9. ... Lxb5 käme, würde ich 10. Dxg7 und könnte mir dann seinen Turm holen. Mein Gegner hat wohl das Gleiche gedacht und hat dies mit 9. ... Sf6 verhindert. In der späteren Analyse musste ich dann feststellen, dass mein Plan deutlich nach hinten losgegangen wäre. Letztendlich konnte ich aber relativ problemlos diese Partie gewinnen.

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