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Hessenliga: umkämpftes aber gerechtes 4:4

Es ist schon länger her, dass Bad Homburgs Erste gegen Brett vor'm Kopp spielte. Damals gelang den Kurstädtern ein Sieg, der am Ende zu einem 4jährigen Oberliga-Gastspiel beitrug.

In diesem Jahr treffen sich die beiden Vereine also in der Hessenliga wieder und beide Mannschaften müssen immer noch den Blick nach unten richten. 2 Punkte wären für beide sehr gut gewesen, ein 4:4 immerhin noch gut.

Der Spielsaal in Gonzenheim. Insgesamt fanden 28 Bretter gut Platz.

Zwei Remisen von Walter Schmidt und Stefan Erdmann folgte der erste positive Akzent durch Ralf Dunsbach: Er hatte seinen Gegner in einer symmetrisch aussehenden Stellung klar überspielt und erzielte mit genauer Berechnung Materialvorteil und dann den Sieg zum 2:1.

In der Diagrammstellung folgte das naheliegende 23. b4, aber man muss schon genau hinsehen: 23. ... Db7+24. Df3! e4 25. Dxf6! Tf8 sieht nach enormem Gegenspiel aus. Aber Ralf Dunsbach hatte genau gerechnet und gesehen, dass nach 26. Dc3 tatsächlich nichts geht - ein schöner Sieg.

Mannschaftsführer Uli Wolf holte dann noch kurz vor der Zeitkontrolle den nächsten Sieg, in dem er eine Benonistruktur solange schüttelte bis auch hier das Material aus der schwarzen Stellung fiel. Das war zunächst das 3:1, aber mitnichten ein entscheidender Vorsprung.

Denn bei Justus war nicht mit Punkten zu rechnen, obwohl er sich nach seinem etwas mutigen Qualitätsopfer immer Konterchancen bewahrt hatte. Und auch die anderen 3 standen in einer Abwehrhaltung, von der man nicht wusste, ob sie halten würde.

Aber es war halt auch Zeitnot und in der Tat konnte Justus seine Partie drehen. Im Diagramm droht das Mattbild Le2-h5-f7 und dann Le5. Schwarz versuchte in seinen letzten beiden Zügen (und Minuten) vor der Zeitkontrolle 39. ... d4 40. cxd4 Txd4? und es zeigte sich, dass die Türme alle schlecht stehen: 41. Txg7! ist jetzt ein Gewinnzug, den Justus selbstverständlich fand.

Zu dem Zeitpunkt hatten allerdings Erwin Kaliski und Jan Gold gegen ihre druckvoll spielenden Gegner trotz zäher Gegenwehr verloren, so dass es 4:3 stand.

Das letzte Spiel, die anderen 27 Bretter waren bereits abgebaut: Würde Behrang (r.) sein Damenendspiel halten?

Behrang Sadeghi musste nun am Spitzenbrett ein Damenendspiel halten, das schwierig, wenn auch theoretisch remis war. Es gelang gegen IM Szebereni nicht: Nach knapp 5 Stunden reichte Behrang die Hand zum 4:4.

Damit entfernten sich beide Teams etwas mehr von den Abstiegsplätzen und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht reicht. Aber mathematisch sicher ist es noch nicht.

Die Einzelergebnisse:

Bad Homburg Brett vor'm Kopp  4,0:4,0 
Sadeghi,Behrang  2094  Szeberenyi,Adam  2351  0:1
Gold,Jan  2046  Karabalis,Harilos  2242  0:1
Schmidt,Walter  2175  Wendel,Stephan  2122  ½:½
Wolf,Uli  2162  Kettler,Bernhard  2048  1:0
Erdmann,Stefan  2090  Rüger,Erhard  2012  ½:½
Mandalka,Justus  2034  Prenzler,Daniel  2125  1:0
Kaliski,Erwin  2112  Koren,Jan  ~2063  0:1
Dunsbach,Ralf,Dr.  2018  Hinz,André  1857  1:0