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Wir haben Punkte! Geholt gegen Wiesbaden

Sprung auf Platz 4 im Nachholspiel, aber bisher nur Gegner der hinteren Tabellenhälfte.

"Wir brauchen Punkte!". Darin waren sich der SK Bad Homburg und der Freibauer Mörlenbach mit ihren Schluss-Sätzen in den Mannschaftsberichten zum jeweiligen Spiel gegen Eppstein einig.

Aufsteiger SV Wiesbaden II ist sicher ein Kandidat für Punkte, braucht aber natürlich selber welche. Und so kam es im Nachholspiel der Hessenliga zu einem heftigen Schlagabtausch! 7 entschiedene Partien sprechen eine deutliche Sprache.

Schon nach 10 Minuten stand das Brett von Jonas Lenz in Flammen. Unbekümmert opferte sein Gegner zunächst einen Bauern und dann mit 10. f4!? einen Läufer. Das Opfer ist aus ähnlichen Stellungen bekannt, aber hier nicht korrekt, jedoch es machte dem schwarzen König das Leben sehr unbequem. Die Partie schien langfristig dennoch gewonnen für Jonas, aber nach der Zeitkontrolle musste er leider bei beidseits frisch verwandelten Damen ein Dauerschach zulassen. Eine vergebene Chance!

Derweil hatte Walter Schmidt einen rabenschwarzen Tag erwischt und wurde ausgangs der Eröffnung schnell positionell überspielt. Er musste mit 22 Zügen seine kürzeste Niederlage seit 17 Jahren quittieren. Auch der als Ersatz eingesetzte Jugendspieler Roman konnte seine Partie nicht halten.

Aber es gab auch gute Nachrichten: Till - ebenfalls jugendlicher Ersatzspieler - nutzte einen schrecklichen Taktikfehler seines Gegners zum Figurengewinn und holte den ersten vollen Punkt. Und Mannschaftsführer Uli Wolf hatte zu dem Zeitpunkt aus einem (offenbar temporären) Minusbauern einen Mehrbauern gemacht: 17. Sxc6 Dd6 18. Lxd5 exd5 19. Dxd5! und sehr gute Technik gezeigt. Reibungslos verwandelte er die einseitige Partie zum 2,5:2,5.

Die beiden letzten Partien, nachdem der Rest schon abgebaut war.

Peter Seethaler legte nach - auch in einer Einbahnstraßenpartie und auch mit einem Opfer: Im Diagramm gab die petite combinaison 24. Sxe7+ Txe7 25. Dxd6 entscheidenden Vorteil und so führte Bad Homburg erst einmal und das war wichtig.

Und noch ein Diagramm: Justus stand die ganze Zeit besser, gewann sogar einen Bauern, aber eigentlich hätte es trotzdem remis werden sollen. Sein Gegner fand jedoch nicht die richtige Aufstellung und muss im Diagramm schon im Trüben fischen. Er versuchte 50. ... Kb6, aber Justus hatte alles ausgerechnet: 51. Kf4 La4 52. g5 Lb3 53. g6 hxg6 54. h6! gewann mit einem Tempo das Wettrennen.

Dieser Sieg setzte der großen Ungewissheit ein Ende, denn bei Behrang Sadeghi war am Spitzenbrett kein Ergebnis zu prognostizieren. Er hatte gegen seinen starken jugendlichen Gegner eine gute Partie gespielt und wollte die ganze Zeit gewinnen. Aber dann hatte sich der Wind in der Zeitnotschlacht gedreht und alles schien offen. Mit Spitzentechnik eroberte sein Gegner nach über 5 Stunden zuerst die Oberhand und dann ganz am Ende den Punkt zum 4,5:3,5 für Bad Homburg.

Wir brauchen immer noch Punkte! Aber die ganz große Not ist vorbei.

Die Einzelergebnisse:

Bad Homburg Wiesbadener SV II  4½:3½ 
Sadeghi, Behrang  2119  Musiienko, Tymur  2297  0:1
Wolf, Ulrich Martin  2142  Nehmert, Ulrich  2226  1:0
Schmidt, Walter  2168  Musiienko, Platon  2097  0:1
Mandalka, Justus  2145  Fulea, Dan  2137  1:0
Lenz, Jonas  2114  Mayer, Frank  1996  ½:½
Seethaler, Peter  2092  Dietze, Frank  2005  1:0
Hasenpflug, Till  2015  Doehring, Joachim  1996  1:0
Graschdankin, Roman  1991  Scheitz, Michael  2086  0:1