
Im Auswärtsspiel gegen Bad Nauheim II konnte die 2. Mannschaft einen hauchdünnen Sieg mit nach Hause nehmen: 4,5 : 3,5 hieß es am Ende. Doch eine Stunde vor Schluss sah es eher nach einer Niederlage aus.
Einige der Bad Nauheimer zeigten sich „friedfertig“ und boten im frühen Mittelspiel Remis an. An Brett 1 konnte sich Matthias eine gute Stellung sichern, doch die Zeit lief ihm ein wenig davon. Daher nahm der das Remisangebot seines Gegners an. Auch Manfred Kroth und Ramat Faqiry willigten jeweils in ausgeglichenen Stellungen in die Punkteteilung ein.
Hendrik war mit Schwarz gut aus der Eröffnung gekommen, eine aussichtsreiche Fortsetzung wäre jedoch mit Risiken verbunden gewesen – ebenfalls Remis. Als nächstes war Manfred Kühlmeyer dran: Sein Gegner hatte sich mit Schwarz befreit und eine Zugwiederholung in petto. Damit stand es 2,5 : 2,5. Doch an den anderen Brettern waren mittlerweile einige kritische Stellungen entstanden.
Bei Helmut war der Gegner mit einem Turm auf die siebte Reihe vorgedrungen. Für die Kiebitze sah die Stellung schwierig aus, doch Helmut konnte sich durch ein überraschendes Turmmanöver einen Mehrbauern sicher. Dann behielt er in einem taktischen Intermezzo den Überblick und lenkte in ein besseres Turmendspiel ein. Doch letztlich bewahrheitete sich die Binsenweisheit „Turmendspiele sind immer Remis“, und auch diese Partie endete mit einer Punkteteilung.

Als letztes liefen also noch die die Partien von Till und Roman, und beide gaben zwischenzeitlich keinen Anlass zum Optimismus für uns. Till und sein Gegner hatten jeweils D+T, und Till musste sich gegen einen Mehrbauern auf die vorletzte Reihe verteidigen. Er verteidigte sich zäh, und als sein Gegner am Damenflügel durchbrechen wollte, holte sich Till den Bauern zurück. Nach einigen weitere Gewinnversuchen kam es zum Damentausch und einem Turmendspiel. Und das ist ja bekanntlich Remis …
Damit war Roman der letzte Mohikaner. Als Schwarzspieler war sein König nicht aus der Mitte weggekommen, der Springer war gefesselt, und dann nutzte der Gegner eine Taktik für einen kleinen Materialvorteil: Er sicherte sich L+S gegen T+B, mit Damen auf dem Brett. Das sah alles andere als gut aus, doch Roman machte das Beste daraus: Er hielt seine Königsstellung intakt, aktivierte erst seine Dame, dann den Turm. Sein Gegner verlor derweil – anders kann man es nicht sagen – ein Stück weit den Faden. Aus unerfindlichen Gründen gab er erst einen Bauern, dann schnappte sich Roman noch einen. Am Ende musste der Weißspieler noch den Bauernschild vor seinem König öffnen, um den Springer zu retten. Roman ließ sich nicht lange bitten, zentralisierte seine Dame und zwang seinen Gegner zur Aufgabe.
Fazit: Ein Mannschaftssieg der recht glücklichen Sorte, aber die Punkte sind im Kasten – und die M2 geht am 8.11 als Tabellenführer (!) in das Heimspiel gegen die VSG Offenbach 2.
(H.S.)
Die Einzelergebnisse:
| Bad Nauheim II | Bad Homburg II | 3½:4½ | ||
|---|---|---|---|---|
| Kolker,Vladislav | 1835 | Schramm,Matthias | 1984 | ½:½ |
| Francke,Helmut | 1935 | Schunicht,Hendrik | 2041 | ½:½ |
| Syperek,Sebastian | 1994 | Hasenpflug,Till | 1992 | ½:½ |
| Schöne,Matthias | 1978 | Graschdankin,Roman | 1991 | 0:1 |
| Willems,Matthias | 1983 | Kroth,Manfred | 2015 | ½:½ |
| Kretner,Georg-Ulrich | 1889 | Faqiry,Ramat | 1979 | ½:½ |
| Bepperling,Frank | 1882 | Kühlmeyer,Manfred | 2004 | ½:½ |
| Guntermann,Erik | 1866 | Heiming,Helmut | 1938 | ½:½ |
