
Zum ersten Mal seit der Corona-Saison 2019/21 trafen wieder die Spieler der Domstadt Fulda und Bad Homburg aufeinander. Die einen machten zwischendurch einen Ausflug nach oben, die anderen nach unten und so traf man sich wieder in der Hessenliga.
Auch, wenn es Optimisten gibt, war es von der Papierform her ein Abstiegsspiel für beide Vereine - ein 4-Punktespiel also. Und beide Teams wussten, worum es geht und traten praktisch in Meldebesetzung an. Lediglich Bad Homburg musste Jonas Lenz durch Nachwuchstalent Flora ersetzen.

Am Spitzenbrett einigte sich Behrang Sadeghi früh auf ein Remis. Walter Schmidt versuchte das gleiche, aber das wurde vom Gegner angesichts seiner optisch besseren Stellung abschlägig beschieden.

Allerdings gab es da schon sorgenvolle Blicke auf das Brett von Justus. Der hatte sich mit Schwarz nach einem groben positionellen Fehler schon arg strecken müssen, um nur mit einem Minusbauern aus der Misere herauszukommen. Eigentlich war diese Partie bei den Kiebitzen abgehakt - aber nicht bei Justus. Er wehrte sich, klammerte und gab nicht weiteres Terrain auf - und wurde nach 4 Stunden belohnt.
Kurz nach der Zeitkontrolle kippte die Stellung (siehe Bild mit den LiChess-Computerbewertungen, der rote Strich ist der 40. Zug) und Justus lehnte jetzt seinerseits ein Remis ab - und setzte kurz darauf sogar mit 2 Türmen matt.
Vermutlich nicht verdient - aber das war dann insgesamt das Thema des Matches: Punkte fallen nach langem Kampf auf die Seite von Bad Homburg.
Erwin Kaliski setzte ebenfalls mit 2 Türmen matt, als die Stellung schon ins Remis abzudriften schien. Dann endlich der erste wirklich druckvoll herausgespielte Sieg am Brett von Mannschaftsführer Uli Wolf. Dessen Gegner war gerade mit 28. ... Da4 zum Gegenangriff übergegangen, aber Uli mahlte als erster: 29. Lxh5! macht den Sack zu. Ein willkommener Sieg, der mit einem Remis von Peter Seethaler zusammengerechnet eine 4:1-Führung bedeutete.
Wildes Kampfschach bei Jan Gold. Beide Könige stehen schon eine ganze Weile unsicher und während der spannenden Zeitnotphase war nicht absehbar, wie das Gehacke ausgehen würde. Aber hier - im 52. Zug - forcierte Jan das Dauerschach auf den Schwarzen Feldern mit Dd8+ und stellte damit den Mannschaftssieg sicher.

Nicht, dass der zu dem Zeitpunkt noch in Gefahr gewesen wäre. Zwar konnte Flora nach langem aufbäumen ihr theoretisches Remis-Turmendspiel doch nicht halten, aber bei Walter Schmidt, der anfangs ja noch ums Remis gebettelt hatte, war es nach ambitioniertem Spiel seines Gegners nur eine Frage der Zeit, bis der ganze Punkt zum 5,5:2,5 eingefahren war.
Am nächsten Sonntag findet das Nachholspiel gegen den SV Wiesbaden statt. Es ist wieder ein 4-Punkte-Spiel!
Die Einzelergebnisse:
| Bad Homburg | Fulda | 5½:2½ | ||
|---|---|---|---|---|
| FM Sadeghi,Behrang | 2119 | Töpfer,Albrecht | 2192 | ½:½ |
| Wolf,Ulrich Martin | 2164 | Fritz,Marius | 2133 | 1:0 |
| Schmidt,Walter | 2168 | Weise,Martin | 2041 | 1:0 |
| Gold,Jan | 2097 | FM Kloninger,Paul | 2176 | ½:½ |
| Mandalka,Justus | 2145 | Kierzek,Matthias | 2078 | 1:0 |
| Seethaler,Peter | 2092 | Gauß,Matthias | 2025 | ½:½ |
| Kaliski,Erwin | 2082 | Sehn,Norbert | 2015 | 1:0 |
| Huang,Flora Yueya | 1951 | Faßler,Felix | 1946 | 0:1 |
