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Kreisliga: „Was, schon 4:0?“

Die Homburger Kurstädter fanden sich zum Kreisligaspiel zeitgerecht in der Mehrzweckhalle des Gegners in Bad Nauheim-Schwalheim ein. Leider konnte auch dieses Mal die Mannschaft nicht in ihrer gemeldeten Aufstellung antreten, sodass wir erwartungsgemäß nicht die besten Vorahnungen hatten. Wir hatten die Bad Nauheimer stärker eingeschätzt und die sich selbst auch, denn an eine Niederlage haben sie nicht im Traum gedacht.

Günter Würzberger war der erste, der bereits 5 Minuten vor dem Ende der ersten Spielstunde seinen Sieg vermeldete. Aber schon 25 Minuten später zeigten Rainer, Julian und Philippe am Spitzenbrett quasi gleichzeitig das siegreiche Ende ihrer Partien an, worauf der Gegner des Günter Wulf am zweiten Brett nur fragte: „Was, es steht schon 4:0 für Euch?“.

Eine Viertelstunde später bot dessen Gegner ob der ausgeglichen kniffligen Stellung Remis an, was Günter nach kurzer Überlegung auch annahm.

Es lief jetzt nur noch die Partie am 6. Brett, wo auf Homburger Seite der mit 11 Jahren jüngste Teilnehmer spielte und seinen Gegner unwillendlich über die Zeit zu drängen imstande zu sein schien. Aber es war doch offensichtlich die bewegendste Partie unserer Truppe, die an diesem Tage gespielt wurde, insbesondere wegen der abwechselnden Gewinnchancen der beiden Kontrahenten.

Jan spielte die längste und aufregendste Partie in Bad Nauheim.

Nachdem sich selbst die eigenen Mannschaftkameraden das Spiel ihres letzten Brettes nicht mehr anzuschauen vermochten, ließ sich unser junger Spieler schließlich irgendwie verleiten, mit seinem Springer nicht auf der rechten Seite seines Spielbereiches zu bleiben, wo er einen Randfreibauern hatte, der vom gegnerischen Springer am Fortgang gehindert wurde. Aber er hatte wohl den fixen Einfall er könnte auf der anderen Seite etwas bewirken und versuchte schließlich dorthin zu gelangen.

Dass er dann auch noch in das Eckfeld zog, das nicht unbedingt zwingend war, war dann die Vorentscheidung des Partieverlustes – der Springer ging hier verloren.

Hätte er nicht das Eckfeld gewählt, so wäre immerhin durch die eingeengte Stellung auch des Königs ein Dauerschach und somit remis möglich gewesen. Aber nach dem Verlust des Springers war der Sieg für den Gegner nur noch Formsache. Als der Gegner hörte, das sein Gegenüber erste 11 Jahre alt war resümierte er, dass er bei der jetzt schon innegehabten Spielpraxis mal ein starker Spieler werden würde ...

Das Spiel endete um 17:25 Uhr bei einem Stand von 4½:1½ Brettpunkten für die Gäste aus Bad Homburg. (R.B.).

Die Einzelergebnisse:

Bad Nauheim IV Bad Homburg IV  1,5-4,5 
Plötz, Hans-Jürgen  1469  Fallouh, Philippe  1471  0-1
Winkler, Sebastian  1339  Wulf, Günter  1516  ½-½
Richter, Edgar  1276  Berg, Rainer  1306  0-1
Fiebig, Nick  1304  Würzberger, Günter  1225  0-1
Kleinehanding, Manfred  1014  Kramczynski, Julian  1091  0-1
Leonard, Etienne Peter  ----  Gold, Jan Christian  1010  1-0